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Der Apothekenschrank-Trick: Wie du für jeden Kunden-Einwand die richtige Antwort parat hast

  • haraldkopeter
  • 19. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Stell dir vor, du gehst mit einem kleinen Problem in die Apotheke. Die Pharmazeutin hört dir aufmerksam zu, fragt kurz nach – und greift dann ganz gezielt in eine bestimmte Lade. Keine langen Überlegungen, kein Zögern. Das richtige Mittel liegt genau dort, wo es sein soll.

Genau das ist der Apothekenschrank-Trick. Und genau das sollte auch dein Verkaufsgespräch sein.


Die meisten Verkäufer stolpern über dieselben Einwände – immer wieder

In beinahe 30 Jahren in der Kommunikations- und Verkaufsbranche habe ich eines gelernt: Die meisten Kunden kommen mit denselben fünf bis zehn Einwänden. Nicht zwanzig. Nicht fünfzig. Fünf bis zehn.

Und trotzdem erlebe ich Woche für Woche, wie erfahrene Unternehmer und Verkäufer bei diesen Einwänden ins Stottern geraten. Warum? Weil sie keine Lade haben, in der die Antwort liegt.


Ein Einwand ist kein Nein. Ein Einwand ist eine Frage, die noch nicht beantwortet wurde.

Bau dir deinen Apothekenschrank

Die Idee ist einfach: Sammle die Einwände, die du immer wieder hörst. Schreib sie auf. Für jeden Einwand baust du eine Lade – und in jede Lade legst du eine gute Antwort. Oder besser noch: eine Geschichte, wie du einem anderen Kunden in genau dieser Situation geholfen hast.

Denn Zahlen, Daten und Fakten überzeugen selten. Gute Geschichten überzeugen immer.


Spontan antworten kann nur, wer gut vorbereitet ist.

Die häufigsten Einwände – und was du darauf sagst


Hier sind die Klassiker, die du mit Sicherheit kennst. Und daneben steht, was wirklich hilft:


"Das ist zu teuer!"

Der häufigste Einwand – und der am schlechtesten beantwortete. Die meisten Verkäufer werden stumm. Dabei ist die Antwort einfach: "Es ist nicht teuer – es ist wertvoll. Und es bringt Sie wirklich, wirklich enorm weiter. Wollen wir das so machen?"

Oder noch direkter: Übergeh den Einwand und stell die Abschlussfrage: "Der Liefertermin wäre kommende Woche – ist das OK für Sie?" In vielen Fällen kaufen die Leute einfach.


"Ich habe schon drei Lieferanten!"

"Ich will auch nicht Lieferant Nummer vier sein. Aber wenn Sie mit meiner Lösung effizienter arbeiten und Kosten sparen – hat sich unser Gespräch dann gelohnt?" Diese Antwort dreht den Spieß um. Du bittest nicht mehr um eine Chance, du stellst eine ehrliche Frage.


"Keine Zeit!"

Dieser Einwand kommt oft am Telefon – noch bevor du auch nur einen Satz gesagt hast. Die Lösung: Komm dem Einwand zuvor. "Grüß Gott, mein Name ist Harald Kopeter von FRESH CONTENT – darf ich gleich zum Punkt kommen?" Die Antwort ist in 99,5 Prozent der Fälle: Ja. Weil dein Gegenüber sofort merkt, dass du seine Zeit respektierst.


"Schicken Sie mir Unterlagen!"

Das ist kein Interesse – das ist eine höfliche Ablenkung. Bleib im Gespräch: "Damit ich Ihnen das Richtige zusende – darf ich Ihnen noch zwei, drei kurze Fragen stellen?" Zurück im Gespräch. Und jetzt kannst du verkaufen.


"Ich muss noch eine Nacht drüber schlafen!"

"Herr Müller, wenn Sie schlafen, können Sie nicht denken – und wenn Sie denken, können Sie nicht schlafen. Wir haben alles besprochen. Wollen wir das so machen?" Gesagt mit einem Schmunzeln – und einer klaren Abschlussfrage.


"Sie wollen mir doch nur etwas verkaufen!"

"Das kann ich gar nicht – nur wenn Sie feststellen, dass meine Lösung zu Ihnen passt, werden Sie sich entscheiden. Darf ich Ihnen das in zwei Sätzen zeigen?" Das gibt deinem Gegenüber das Gefühl, selbst zu entscheiden. Und das stimmt sogar.


Einwand oder Vorwand? Das ist der entscheidende Unterschied

Nicht jeder Einwand ist ein echter Einwand. Manchmal ist es nur ein Vorwand – eine Schutzwand vor dem eigentlichen Grund. Wenn du drei oder vier Einwände entkräftet hast und immer noch kein Ja kommt, frag direkt:

"Abgesehen vom Preis – gibt es sonst noch einen Grund, der Sie zögern lässt?"

Oder – wenn du ohne Abschluss gehst – dreh dich noch einmal um und frag: "Ich hatte den Eindruck, Sie wollen das. Was hindert Sie noch?" Colombo hat das in 90 Minuten immer geschafft.


Dein Apothekenschrank in drei Schritten


  1. Schreib die zehn Einwände auf, die du am häufigsten hörst.

  2. Schreib für jeden Einwand eine direkte Antwort – und eine kurze Geschichte, wie du einem Kunden in genau dieser Situation geholfen hast.

  3. Übe diese Antworten so lange, bis sie dir in Fleisch und Blut übergehen. Spontan klingt nur, wer vorbereitet ist.


Ein Tischler schafft Lebensräume. Ein Steuerberater schafft Sicherheit. Ein Verkäufer schafft Vertrauen. Und Vertrauen entsteht dort, wo jemand auf jede Frage eine klare, ruhige, gute Antwort hat.


Bau dir deinen Apothekenschrank. Füll die Laden. Und das nächste Mal, wenn ein Einwand kommt, greifst du einfach in die richtige Lade.



Hör auf, über den Preis zu diskutieren.Fang an, über Wert zu sprechen.

Dein Produkt ist stark. Dein Service ist top. Und trotzdem landest du immer wieder in Preisvergleichen, Rabattschlachten und zähen Verhandlungen.

Das Problem ist selten dein Angebot. Das Problem ist die Story dahinter.




 
 
 

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